- Die Boston Consulting Group (BCG) investiert massiv in KI-Forschung und -Entwicklung und sieht darin eine neue Wachstumssäule.
- Laut Partner Scott Wilder hat BCG in nur 15 Monaten Zehntausende maßgeschneiderte KI-Agenten für Kundenprojekte erstellt.
- BCG hat eine interne F&E-Abteilung eingerichtet, um KI-Tools zu standardisieren und zu skalieren, die von Beratern an vorderster Front entwickelt wurden.
- Kernphilosophie: „Jedes Unternehmen muss ein Technologieunternehmen werden“, und BCG bildet da keine Ausnahme.
- Das Innovationsmodell umfasst drei Ebenen: die Datenebene, die Ebene der von Beratern entwickelten Tools und die Ebene der strategischen Tools, die von der Führungsebene entwickelt wurden.
- Auf der Datenebene baut BCG MCP-Server und KI-Agenten auf internen und kuratierten öffentlichen Daten auf, um automatisch die richtigen Daten zur richtigen Zeit abzurufen.
- Die mittlere Ebene ist der Ort, an dem Berater „Vibe-coding“ betreiben und Agenten für Kunden erstellen; erfolgreiche Tools werden zur Standardisierung an die F&E übergeben.
- Die oberste Ebene umfasst unternehmensweite Produkte wie Deckster (Erstellung von Folien aus 800–900 Vorlagen), Ava (IT- und HR-Support) und GENE (Chatbot für Kommunikation).
- BCG verfügt über etwa 7–8 strategische Tools auf Konzernebene.
- Die Gruppe der „Forward-deployed consultants“, inspiriert von Palantir, spielt eine Schlüsselrolle bei der Erstellung wiederverwendbarer Tools.
- BCG behauptet, der weltweit größte Ersteller von benutzerdefinierten GPTs zu sein, mit etwa 36.000 erstellten GPTs.
- Jedes Tool muss sich einem Red Teaming, einer rechtlichen Prüfung sowie Sicherheits- und Datenschutzprüfungen unterziehen, bevor es in den internen Marktplatz aufgenommen wird.
- Ein Orchestrierungsagent hilft den Mitarbeitern, die richtigen Tools und Daten auszuwählen.
- Etwa 80 % der GPTs stammen von der Basis, was ein Bottom-up-Innovationsmodell widerspiegelt.
- Ein „Enablement“-Netzwerk von rund 1.000 Personen schult die Mitarbeiter in KI und sammelt unternehmensweit Feedback.
- BCG agiert als vollständige Produktorganisation mit Product Ownern, einem UX Center of Excellence und einer zentralisierten Crowdsourcing-Pipeline.
📌 Fazit: BCG wandelt sich von einer Strategieberatung zu einer „KI-Produktfabrik“ mit über 36.000 Agenten und einem Bottom-up-Innovationsmodell. Die Kombination aus Beratern an der vordersten Front, zentralisierter Forschung und Entwicklung sowie strenger Risikokontrolle zeigt, dass KI kein Experiment mehr ist. Mit der Botschaft „Jedes Unternehmen muss ein Technologieunternehmen werden“ macht sich BCG selbst zum lebenden Beweis für diese Strategie.

