- In der Geschichte war Intellekt meist ein knappes Gut: Denken brauchte Zeit, Urteilsvermögen war an Lebenserfahrung gebunden, und kognitive Reibung schuf Wert.
- KI hat Intellekt im Überfluss verfügbar gemacht: Antworten erscheinen sofort; Schlussfolgerungen und Synthesen werden „verpackt“ und mit Überlegenheit geliefert.
- Der Mensch hat Werkzeuge ersetzt, aber nie das Denken selbst; nun übernimmt KI Fähigkeiten wie logisches Schließen, Interpretation und Kreativität.
- Sogar Ethik lässt sich leichter kodieren als gedacht: Regeln, Abwägungen und Tabus können in der KI systematisiert werden.
- Wenn Intellekt im Überfluss vorhanden ist, verschiebt sich sein Wert: Es geht nicht mehr um die Erkenntnis an sich, sondern um die Verantwortung für die Folgen der Antwort.
- KI liefert die Antwort, aber der Mensch trägt die Konsequenzen; das größte Risiko ist der schleichende Rückzug des Menschen.
- Menschliche Intelligenz definiert sich heute nicht durch bessere Antworten, sondern durch die Verantwortungsübernahme für Antworten, die man nicht selbst erstellt hat.
- Die Zukunft erfordert „bewusste Präsenz“: Der Mensch muss präsent bleiben, überwachen und Verantwortung übernehmen.
📌 Fazit: Intellekt war stets knapp, KI macht ihn zum Massengut. Der Wert verlagert sich von der Antwort auf die Verantwortung für deren Folgen. Menschliche Intelligenz bedeutet heute, für Antworten einzustehen, die wir nicht selbst erschaffen haben. Die Zukunft verlangt „bewusste Präsenz“.

