- Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass große Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, Mistral und DeepSeek dazu neigen, ähnliche strategische Ratschläge zu geben, die eher auf modernen Management-„Buzzwords“ basieren als auf einer Analyse des spezifischen Unternehmenskontexts. Dieses Phänomen wird von Forschern als „Trendslop“ bezeichnet.
- Das Forschungsteam untersuchte 7 gängige strategische Spannungsfelder: Exploration vs. Exploitation, Zentralisierung vs. Dezentralisierung, Kurzfristigkeit vs. Langfristigkeit, Wettbewerb vs. Kooperation, disruptive Innovation vs. Verbesserung, Differenzierung vs. Kommodifizierung und Automatisierung vs. menschliche Erweiterung.
- In Tausenden von Simulationen wählten die KI-Modelle regelmäßig dieselbe Seite: Priorisierung von Differenzierung, menschlicher Erweiterung durch KI, Kooperation, langfristigem Denken und Dezentralisierung. Diese Entscheidungen erschienen fast ungeachtet des Unternehmenskontexts.
- Tests mit über 15.000 Durchläufen bei GPT-5 zeigten, dass „bessere Prompts“ die Voreingenommenheit fast nie beseitigen. Ein stark beeinflussender Faktor war die Reihenfolge der Optionen: Allein das Vertauschen der Reihenfolge der Wahlmöglichkeiten konnte das Ergebnis um etwa 19 % verändern.
- Die Bereitstellung eines detaillierten Kontexts wie Technologie-Startup, Bank, Krankenhaus oder gemeinnützige Organisation reduzierte die Voreingenommenheit nur um etwa 11 %, beseitigte sie jedoch nicht.
- Die Ursache liegt in den Trainingsdaten: LLMs lernen aus dem Internet, wo Konzepte wie „Innovation“, „Kollaboration“ oder „Differenzierung“ positiv besetzt sind, während „Kommodifizierung“ oder „Zentralisierung“ oft als veraltet angesehen werden.
- Ein weiteres Risiko ist die „Hybridfalle“: Wenn es erlaubt ist, schlägt die KI oft vor, zwei gegensätzliche Strategien zu kombinieren, wie z. B. gleichzeitig Differenzierung und Kostenführerschaft zu verfolgen – etwas, das laut traditioneller Strategietheorie dazu führen kann, dass ein Unternehmen „zwischen den Stühlen sitzt“.
📌 Untersuchungen zeigen, dass LLMs keine neutralen Strategieberater sind, wie viele Führungskräfte glauben. In Tausenden von Tests und über 15.000 Simulationen mit GPT-5 empfahl die KI unabhängig vom Unternehmenskontext konsequent „moderne“ Strategien wie Differenzierung, Kooperation und langfristiges Denken. Dies ist der Trend, einheitliche strategische Ratschläge zu geben, die eher auf moderne Managementbegriffe als auf eine Analyse des spezifischen Kontexts des Unternehmens ausgerichtet sind. Forscher nennen dieses Phänomen „Trendslop“. Dies resultiert aus den Internetdaten und der modernen Managementkultur, die die KI gelernt hat. Daher sollten LLMs genutzt werden, um Ideen zu generieren und Optionen zu analysieren, aber die endgültige strategische Entscheidung muss weiterhin in der Verantwortung des Menschen liegen.

