- Am 24. Februar 2026 enthüllte Anthropic-CEO Dario Amodei im Podcast „WTF Is“ von Nikhil Kamath, dass Claude 1 bereits 2022 existierte, noch vor dem Start von ChatGPT.
- Das Unternehmen entschied sich jedoch gegen eine sofortige Veröffentlichung aus Sorge, dies könnte ein „KI-Wettrüsten“ (AI arms race) auslösen.
- Amodei argumentierte, dass die zu frühe Veröffentlichung eines leistungsstarken Modells Wettbewerber dazu verleiten könnte, Produkte ohne ausreichende Sicherheitsprüfungen übereilt auf den Markt zu bringen.
- Er bezeichnete die Entscheidung, Claude 1 zurückzuhalten, als „one-time overhang“ – einen Moment, in dem Anthropic einen Vorteil hatte, sich aber entschied, ihn nicht zu nutzen.
- Claude 1 wurde schließlich erst im März 2023 offiziell veröffentlicht.
- Der Wettbewerb um Consumer-KI explodierte erst richtig, als OpenAI Ende 2022 ChatGPT auf den Markt brachte.
- Amodei sagte, die Verzögerung habe „der Welt ein paar Monate mehr Zeit“ gegeben, um sich vorzubereiten, bevor das Rennen an Fahrt gewann.
- Der kommerzielle Preis war jedoch gewaltig: Anthropic hat möglicherweise seine führende Position im Consumer-KI-Markt eingebüßt.
- Er gab zu, dass diese Entscheidung dazu führte, dass das Unternehmen den anfänglichen Vorsprung an die Konkurrenz „abtrat“.
- Neben der Modellveröffentlichung äußerte sich Anthropic auch kritisch zu Chippolitik und KI-Regulierungen, auch wenn dies einige Zulieferer verärgerte.
- Das Unternehmen vertrat zudem bei bestimmten KI-Politiken Standpunkte, die von denen der US-Regierung abweichen.
Fazit: Dario Amodei gab an, dass Claude 1 bereits 2022 vor ChatGPT fertig war, Anthropic die Veröffentlichung jedoch bewusst verzögerte, um ein unkontrolliertes KI-Wettrüsten zu verhindern. Obwohl dies den Verlust des kommerziellen Vorteils und der Marktführerschaft bedeutete, glaubt das Unternehmen, der Welt damit Zeit für Sicherheitsfragen verschafft zu haben. Anthropic zeigt sich zudem bereit, für seine Überzeugungen sowohl Chip-Zulieferern als auch der Regierungspolitik entgegenzutreten.

