- Der Artikel zeigt, dass nicht nur Halbleiterunternehmen, sondern auch viele traditionelle japanische Betriebe massiv von der KI-Welle profitieren, indem sie Materialien und Komponenten für die Chip-Lieferkette bereitstellen.
- Die Aktien von Toto, Nittobo und Ajinomoto sind seit Jahresbeginn um rund 78 %, 63 % bzw. 61 % gestiegen, getrieben durch die explodierende Nachfrage aus der Halbleiterindustrie für KI-Anwendungen.
- Toto, bekannt für Toiletten, stellt keramische elektrostatische Halterungen (Ceramic Electrostatic Chucks) her, die in Chip-Fertigungsanlagen verwendet werden und die Ausbeute bei fortschrittlichen Chips erhöhen.
- Im Geschäftsjahr bis zum 31. März stieg der Umsatz im Bereich technische Keramik bei Toto um 34 % und der Betriebsgewinn um 42 %, was den Rückgang im traditionellen Sanitärbereich ausglich.
- Toto betonte jedoch, dass man nicht plane, das über 100 Jahre alte Sanitärgeschäft aufzugeben, sondern weiterhin ein Gleichgewicht zwischen beiden Bereichen anstrebe, um Risiken durch die Volatilität der Halbleiterbranche zu minimieren.
- Nittobo, ursprünglich bekannt für Textilien und Glasfasern, profitiert von seinen T-Glass-Produkten und elektronischen Materialien, die in Leiterplatten und Halbleitergehäusen verwendet werden.
- Der Bereich Elektronikmaterialien bei Nittobo verzeichnete ein Umsatzplus von 20,4 % und eine Steigerung des Betriebsgewinns um 39,7 %, was etwa 91 % des gesamten Umsatzwachstums des Unternehmens im letzten Geschäftsjahr ausmachte.
- Ajinomoto, der Hersteller von Mononatriumglutamat (MSG), entwickelte das Isoliermaterial ABF (Ajinomoto Build-up Film) basierend auf Technologien aus der MSG-Produktion. ABF wird heute weltweit beim Packaging von Hochleistungschips wie CPUs und Servern für Rechenzentren eingesetzt.
- Ajinomotos Sparte „Healthcare and Others“, zu der ABF gehört, steigerte den Umsatz um etwa 4 % und den Geschäftsgewinn um 45,1 % und übertraf damit die Tiefkühlkostsparte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn.
- Alle drei Unternehmen gaben an, dass KI, Rechenzentren, 5G und die Nachfrage nach Hochleistungschips das Wachstum weiter antreiben werden, während sie gleichzeitig ihre traditionellen Geschäftsfelder weiterentwickeln.
📌 Die KI-Welle schafft unerwartete Profiteure in der japanischen Wirtschaft. Anstatt Chips direkt herzustellen, nutzen Unternehmen wie Toto, Nittobo und Ajinomoto ihre über Jahrzehnte aufgebauten Stärken in den Bereichen Materialien und Technologie, um sich tief in die Halbleiter-Lieferkette zu integrieren. Das starke Wachstum der KI-bezogenen Sparten verbessert die Geschäftsergebnisse und beweist, dass KI-Chancen nicht nur Tech-Firmen vorbehalten sind, sondern sich auch vielen traditionellen Industriezweigen eröffnen.

