- Saudi-Arabien setzt voll auf souveräne KI (Sovereign AI), indem es das Modell der „Datenbotschaft“ (Data Embassy) entwickelt, bei dem Daten anderer Nationen in Saudi-Arabien gespeichert werden, aber weiterhin der rechtlichen Zuständigkeit des Eigentümerlandes unterliegen.
- Dieses Konzept wurde erstmals 2017 von Estland umgesetzt, gefolgt von Monaco, wobei beide ihre Rechenzentren in Luxemburg platzierten, um nationale Daten vor Cyber- und Klimarisiken zu schützen.
- Mit reichlich Solarenergie und einer strategischen Lage, die Europa, den Nahen Osten und Asien verbindet, will Riad Daten statt Öl exportieren und zum Speicherzentrum für Länder werden, die sensible Daten schützen müssen.
- Wesentliche Einschränkungen sind jedoch der Wassermangel für die Systemkühlung sowie das Fehlen eines internationalen Rechtsrahmens für diese Art von Zentren.
- Professor Viktor Mayer-Schönberger (Universität Oxford) merkt an, dass dieses Modell „vollständig vom Vertrauen zwischen den Nationen abhängt“, da komplexe bilaterale Verträge erforderlich sind, um Zugang und Rechtsprechung zu regeln.
- Um eine Führungsrolle zu übernehmen, hat Saudi-Arabien im April 2025 das „Global AI Hub Law“ eingeführt, das drei Stufen des rechtlichen Schutzes für Datenbotschaften vorschlägt – von vollständiger Unabhängigkeit bis hin zu gemischtem Schutz mit Unterstützung saudischer Gerichte.
- Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre Saudi-Arabien das erste G20-Land mit einem eigenen Rechtsrahmen für Datenbotschaften.
- Dies ist auch Teil der strategischen KI-Partnerschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien, die den „Aufbau und die Entwicklung fortschrittlicher KI-Infrastruktur“ umfasst. Obwohl es noch keine konkrete Vereinbarung mit Washington gibt, nutzt Riad seine Vorteile bei niedrigen Kosten für Land, Energie und Kapital, um westliche Partner anzuziehen.
- Palo Alto Networks stellt fest, dass „Datensouveränität“ derzeit ein vages Konzept bleibt, das zwischen den europäischen Ländern variiert, während eine Datenbotschaft als erweiterte Version extraterritorialer Rechte nach GDPR-Standards angesehen werden kann.
- Niedrige Kosten, reichlich Energie und eine strategische Lage machen Saudi-Arabien zu einem idealen Ziel für Rechenzentren, die Europa bedienen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass dem Kontinent der Strom für KI fehlt.
- Experten sind jedoch weiterhin uneins: Die einen sehen dies als Wendepunkt, der die globale digitale Souveränität neu gestaltet, während die anderen vor Sicherheits- und Rechtsrisiken ohne klare bilaterale Verträge warnen.
📌 Saudi-Arabien setzt voll auf souveräne KI, indem es das Modell der Datenbotschaft entwickelt, bei dem Daten anderer Nationen in Saudi-Arabien gespeichert werden, aber weiterhin der rechtlichen Zuständigkeit des Eigentümerlandes unterliegen. Saudi-Arabien schlug im April 2025 das „Gesetz für globale KI-Hubs“ vor, das drei Stufen des rechtlichen Schutzes für Datenbotschaften vorsieht: von voller Autonomie bis hin zu gemischtem rechtlichen Schutz mit Unterstützung durch saudische Gerichte. Wenn das Gesetz verabschiedet wird, wird Saudi-Arabien das erste G20-Land sein, das über einen eigenen Rechtsrahmen für Datenbotschaften verfügt.
