• Thailändische IT-Experten warnen, dass viele KI-Projekte der Regierung Gefahr laufen, die Fehler aus der Ära des „App-Fiebers“ zu wiederholen, als Milliarden Baht für Anwendungen mit geringem praktischen Nutzen ausgegeben wurden.
  • Im Haushaltsjahr 2025 gab es in Thailand 804 KI-Projekte im Wert von rund 1,4 Milliarden Baht (ca. 38 Millionen US-Dollar), während das Haushaltsjahr 2026 685 Projekte im Wert von rund 737 Millionen Baht (ca. 20 Millionen US-Dollar) umfasst.
  • Der Parlamentsabgeordnete Pawoot Pongvitayapanu wies darauf hin, dass KI zum neuen „Buzzword“ wird, das staatlichen Behörden hilft, problemlos riesige Budgets zu beantragen.
  • Er warnte davor, dass viele herkömmliche Datenmanagementsysteme in „KI-Projekte“ umetikettiert werden, um den Budgetumfang aufzublähen.
  • Das Projekt „Thailand FishAI“ im Wert von 9 Millionen Baht (ca. 245.000 US-Dollar) wurde wegen seines geringen praktischen Nutzens kritisiert, obwohl es rund 50 Fischarten identifizieren kann.
  • Das KI-Managementsystem des Department of Skill Development kostete 74,5 Millionen Baht (ca. 2 Millionen US-Dollar) und löste Debatten darüber aus, ob das Budget stattdessen für die Personalschulung anstelle von Technologie verwendet werden sollte.
  • Das Projekt „TH-AI Passport“ im Wert von 1,6 Milliarden Baht (ca. 43 Millionen US-Dollar), das darauf abzielt, 5 Millionen Bürgern KI zur Verfügung zu stellen, wurde genehmigt und ein Auftragnehmer wurde ausgewählt.
  • Die Electronic Transactions Development Agency warnte, dass KI zur „neuen Blockchain“ werden könnte, bei der alles gezwungenermaßen mit dem Label KI versehen wird.
  • Es wurde festgestellt, dass einige staatliche Behörden sensible Dokumente und Anrufaufzeichnungen von Bürgern auf öffentliche KIs hochluden, um sie zu transkribieren oder zu analysieren, was das Risiko von Datenlecks erhöht.
  • Thailand erarbeitet neue Richtlinien für das KI-Procurement (Beschaffungswesen), da traditionelle Beschaffungsprozesse für eine Technologie, die sich zu schnell verändert, ungeeignet sind.
  • Experten fordern, dass KI-Projekte auf der Grundlage der tatsächlichen Effizienz und nicht nach der Anzahl der Funktionen oder der verwendeten Technologien bewertet werden.
  • Die AI Entrepreneur Association of Thailand ist der Ansicht, dass KI-Verträge flexibel sein müssen, da KI-Produkte nach der ersten Bereitstellung in der Regel kontinuierlich verbessert werden müssen.
  • 📌 Fazit: Die KI-Welle in Thailand geht mit großen Ängsten hinsichtlich der Technologie-Governance und der Verschwendung öffentlicher Budgets einher. Nach den Lehren aus dem „App-Friedhof“ vor vielen Jahren warnen Experten, dass KI zu einem neuen Vorwand werden könnte, um teure, aber praktisch wertlose Projekte zu legitimieren. Die aktuelle Debatte dreht sich nicht mehr um die Frage, „ob KI eingesetzt werden soll oder nicht“, sondern darum, wie Beschaffungsmechanismen, Effizienzbewertungen und eine transparente Aufsicht aufgebaut werden können, damit KI den Bürgern dient, anstatt zu einem kostspieligen Technologietrend zu werden.

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