- Futurism argumentiert, dass KI sogenannte „Doom Loops“ erzeugt: Die Technologie schöpft Wert aus menschlicher Arbeit und Inhalten, schwächt gleichzeitig aber die wirtschaftlichen Anreize, diese Grundlagen weiterhin zu produzieren.
- Interne Microsoft-Dokumente, die im Rahmen der Klage der New York Times veröffentlicht wurden, warnen davor, dass KI-Content-Strategien sowohl die Leistungsfähigkeit von Modellen als auch das gesamte Web beeinträchtigen könnten.
- Ein Dokument beschreibt das Paradox, dass KI-Produkte ausgerechnet die wirtschaftliche Grundlage wichtiger Anbieter in der „Content-Lieferkette“ von LLMs bedrohen.
- Der Journalismus ist ein besonders deutliches Beispiel. Tools wie ChatGPT und Gemini können Artikel zusammenfassen, ohne Leser zur ursprünglichen Quelle weiterzuleiten, wodurch Traffic und Einnahmemodelle von Medienunternehmen geschwächt werden könnten.
- Ein ähnlicher Kreislauf entsteht in Musik und Film, wenn KI-generierte Inhalte direkt mit den Werken von Kreativen konkurrieren, deren Daten zuvor zur Entwicklung dieser Modelle beigetragen haben.
- Der Artikel nennt Zahlen, wonach in den USA innerhalb von etwa vier Jahren mehr als 200.000 Arbeitsplätze in der Kreativwirtschaft verschwunden sind. Diese Zahlen beweisen jedoch nicht allein, dass KI die direkte Ursache war.
- Auch auf dem Arbeitsmarkt entsteht ein ähnlicher Kreislauf: Bewerber nutzen KI, um massenhaft Bewerbungen zu erstellen, während Arbeitgeber KI zur Vorauswahl einsetzen. Dadurch steigt die Zahl der Bewerbungen und es wird schwieriger, geeignete Kandidaten zu unterscheiden.
- Der CEO von Greenhouse beschreibt eine Situation, in der beide Seiten KI einsetzen, um ihre jeweiligen Probleme zu lösen, die Nutzung dadurch aber gleichzeitig das Problem der jeweils anderen Seite verschärft und weitere Anreize für den Einsatz von KI schafft.
- Auch das Bildungswesen wird als weiterer Kreislauf dargestellt: Studierende nutzen KI für ihre Aufgaben, während Lehrkräfte KI zur Erstellung von Aufgaben einsetzen, wodurch die direkte Denkarbeit auf beiden Seiten geschwächt werden könnte.
- Der Streit um das Urheberrecht ist weiterhin ungelöst. KI-Unternehmen argumentieren, dass die Ergebnisse ihrer Modelle ausreichend vom Ausgangsmaterial abweichen, um unter „Fair Use“ zu fallen, während Rechteinhaber diese Position weiterhin anfechten.
- Das langfristige Risiko besteht laut Artikel darin, dass KI ständig auf neues Wissen, neue Kultur und neue Inhalte von Menschen angewiesen ist, gleichzeitig aber die Einnahmen und Anreize schwächen könnte, die Menschen zur weiteren Produktion dieser Inhalte bewegen.
📌 „Doom Loop“ ist ein nützliches Konzept, um KI aus der Perspektive eines gesamten Ökosystems zu betrachten, anstatt nur die Produktivität einzelner Unternehmen zu messen. KI kann einzelnen Akteuren kurzfristig helfen, Kosten zu senken. Wenn jedoch viele Akteure gleichzeitig auf eine Weise optimieren, die Datenquellen, Arbeitsplätze, Einnahmen oder die Qualität der Inputs schwächt, können individuelle Vorteile gemeinsame Kosten erzeugen. Allerdings handelt es sich um einen stark KI-kritischen Kommentar, weshalb empirische Belege von den kausalen Schlussfolgerungen des Autors getrennt betrachtet werden sollten.

