- Andy Kessler (Wall Street Journal) widerspricht der These, dass „KI die Menschen dumm macht“, und hält dies lediglich für eine „moralische Panik“, die das Versagen des Bildungssystems vertuschen soll.
- Eine Studie des MIT Media Lab (Juni 2025) besagt, dass die Nutzung von ChatGPT zum Schreiben von Aufsätzen zu „kognitiver Schuld (cognitive debt)“ führt, was andeutet, dass Menschen ihre Denkfähigkeit verlieren. Kessler hält dies für hochtrabendes Gerede und vergleicht es mit den Ängsten, die einst mit Google, Fernsehen, Computern und Taschenrechnern verbunden waren – alle wurden in der Vergangenheit beschuldigt, die „Menschheit zu verdummen“.
- Der Flynn-Effekt (IQ-Anstieg um 3 Punkte pro Jahrzehnt von 1932–1978) galt einst als Beweis für den menschlichen Fortschritt, doch das Phänomen des „umgekehrten Flynn-Effekts“ (IQ-Rückgang von 2006–2018) wird von vielen Facebook und dem iPhone zugeschrieben. Kessler betont jedoch: Korrelation ist nicht Kausalität – der IQ schwankt je nach sozialem Kontext und Bildung.
- Kritiker sagen, Technologie verursache Dopaminabhängigkeit, Konzentrationsverlust und „Gehirnfäule“, aber Forschungen der Washington University haben einen direkten Zusammenhang zwischen Dopamin und Technologienutzung verneint.
- Das Konzept der „stupidogenic society“ (eine Gesellschaft, die Dummheit fördert) besagt, dass Maschinen den Menschen träge machen. Doch Kessler argumentiert das Gegenteil: KI schafft eine „smartogenic society“ – eine Gesellschaft, die Menschen hilft, klüger zu werden, wenn sie wissen, wie man Technologie richtig nutzt.
- Daten zeigen, dass zwar einige Fähigkeiten abgenommen haben, das räumliche 3D-Denkvermögen jedoch zugenommen hat, möglicherweise dank der jungen Generation, die Videospiele spielt.
- Die weltweite Alphabetisierungsrate ist von 12 % im Jahr 1820 auf heute 87 % gestiegen, was beweist, dass die Menschen nicht dümmer werden – sondern immer leichteren Zugang zu Wissen haben.
- Laut Sal Khan (Khan Academy) kann jeder jedes Fach lernen, wenn die Methode stimmt; das Problem liegt in der innovationsarmen Bildung, nicht in der Technologie.
- Kessler kritisiert den Psychologen Jonathan Haidt, der ein Verbot von sozialen Medien unter 16 Jahren fordert, mit der Aussage: „Wir können die junge Generation nicht retten, indem wir in die Vorzeit zurückkehren.“
📌 Experten widersprechen der These, dass „KI die Menschen dumm macht“, und betrachten dies nur als „moralische Panik“, um das Versagen des Bildungssystems zu verdecken. Das Argument, dass die Nutzung von ChatGPT zu „kognitiver Schuld“ führt und den Verlust der Denkfähigkeit impliziert, wird als Übertreibung bezeichnet, vergleichbar mit den Ängsten vor Google, TV, Computern und Taschenrechnern, die alle der „Verdummung der Menschheit“ beschuldigt wurden. Die weltweite Alphabetisierungsrate ist von 12 % im Jahr 1820 auf heute 87 % gestiegen, was beweist, dass Menschen nicht dümmer werden, sondern leichteren Zugang zu Wissen haben. Jeder kann mit der richtigen Methode alles lernen; das Problem liegt in der trägen Bildungsinnovation, nicht in der Technologie.
