• Das Startup Brox ist der Ansicht, dass die traditionelle Marktforschung im KI-Zeitalter zu langsam ist, da ein TikTok-Trend das globale Konsumverhalten innerhalb weniger Stunden verändern kann.
  • Das Unternehmen hat ein System aus 60.000 „digitalen Zwillingen“ (Digital Twins) aufgebaut – Eins-zu-eins-KI-Replikate echter Menschen mit vollständigen demografischen, psychologischen Profilen und Konsumpräferenzen.
  • CEO Hamish Brocklebank stellt klar, dass es sich nicht um zufällig von der KI generierte „synthetische Menschen“ handelt, sondern um Verhaltensklone auf Basis realer Daten, die mit voller Zustimmung der Teilnehmer gesammelt wurden.
  • Brox rekrutiert echte Menschen wie ein traditionelles Umfrageunternehmen, bezahlt für Tiefeninterviews und sammelt extrem detaillierte persönliche Daten.
  • Einige digitale Zwillinge enthalten bis zu 300 Seiten Textdaten über die Kindheit, Beziehungen, den Familienstand und die Entscheidungsmotive der jeweiligen Person.
  • Das Unternehmen behauptet, dass mit Large Language Models erstellte „synthetische Zielgruppen“ oft „AI Slop“ (KI-Müll) produzieren, da die Antworten zu stark konvergieren und zu „korrektem“ Verhalten wie gesunder Ernährung neigen.
  • Das Reasoning-Chain-System von Brox ermöglicht es der KI, Schritt für Schritt zu erklären, warum ein digitaler Zwilling eine bestimmte Entscheidung getroffen hat. So verstehen Unternehmen sowohl das „Was“ als auch das „Warum“.
  • Kunden können extrem sensible Fragen stellen, wie etwa die Reaktion von Bankkunden auf eine US-Invasion im Iran oder auf Grönland oder die Auswirkungen von Aussagen von RFK Jr. auf die Impfbereitschaft.
  • Brox ist derzeit in den USA, Großbritannien, Japan und der Türkei tätig und verfügt über hochwertige Datengruppen, wie Personen mit einem Vermögen von über 5 Millionen US-Dollar oder Dermatologen mit seltenen Fachgebieten.
  • Um die Daten aktuell zu halten, kontaktiert das Unternehmen kontinuierlich die realen Personen hinter den digitalen Zwillingen. Einigen wohlhabenden Teilnehmern werden anstelle von Bargeld Stock Appreciation Rights gewährt, um sie zur Pflege hochwertiger Daten zu motivieren.
  • Brox konzentriert sich auf zwei Hauptbereiche – Finanzen und Pharma –, um beispielsweise Banken-Runs zu simulieren oder die Impfskepsis angesichts politischer Turbulenzen vorherzusagen.
  • Das Geschäftsmodell von Brox ist ein Premium-SaaS mit Preisen ab 100.000 US-Dollar pro Jahr, die bei globaler Implementierung bis zu 1,5 Millionen US-Dollar pro Jahr erreichen können.
  • Kunden können während der Vertragslaufzeit unbegrenzt viele Simulationen durchführen, um dazu zu ermutigen, „alles zu testen“, bevor reale Entscheidungen getroffen werden.
  • Brox gibt an, Prognosemarktmodelle wie Polymarket oder Kalshi nicht zu mögen, da Wettplattformen nur Ergebnisse vorhersagen, ohne die psychologischen Motive hinter dem menschlichen Verhalten zu erklären.
  • Das Unternehmen expandiert in den Nahen Osten und den APAC-Raum mit dem langfristigen Ziel, die gesamte Welt als „Paralleluniversum“ für risikofreie Entscheidungen zu simulieren.

📌 Fazit: Die Ambition von Brox, die traditionelle Marktforschung durch „digitale Zwillinge“ echter Menschen zu ersetzen, ist gewaltig. Mit 60.000 digitalen Zwillingen, die tiefgehende psychologische und Verhaltensdaten enthalten, können Unternehmen Marktreaktionen in Stunden statt in Monaten simulieren. Der größte Unterschied besteht darin, dass Brox keine synthetischen KI-Personas verwendet, sondern KI-Replikate realer Individuen baut, um „AI Slop“ zu vermeiden. Das Unternehmen bepreist seine Dienste derzeit mit 100.000 bis 1,5 Millionen US-Dollar pro Jahr und möchte ein „Paralleluniversum“ schaffen, das die gesamte menschliche Gesellschaft simuliert, damit Unternehmen Entscheidungen vor der realen Umsetzung testen können.

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