- Die Baubranche für Rechenzentren (RZ) in Japan leidet unter erheblichem Druck aufgrund von Arbeitskräftemangel, steigenden Kosten und veralteten Bauprozessen, was die Pläne der Regierung zur Entwicklung der KI-Infrastruktur verzögert.
- Laut Tsubasa Suruga (Nikkei Asia, 03.12.2025) suchen Investoren aus den USA, Singapur und Australien massiv nach Grundstücken für den Bau von Rechenzentren in Tokio und Osaka. Viele Projekte können jedoch nicht umgesetzt werden, weil keine Auftragnehmer gefunden werden, während große Baukonzerne wie Kajima, Taisei und Obayashi bis nach 2028 ausgebucht sind.
- Japan steht derzeit vor zwei Hauptproblemen: (1) Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften und (2) langsame Einführung von Building Information Modeling (BIM) – einem digitalen 3D-Designmodell, das hilft, die Genehmigungs- und Bauzeit zu verkürzen. In Singapur ist BIM seit 2015 obligatorisch, wodurch ein 50-MW-Zentrum in 2 Jahren fertiggestellt werden kann; in Japan dauert die gleiche Größenordnung fast 4 Jahre.
- Die Baukosten steigen sprunghaft an: Tokio ist derzeit der teuerste Markt der Welt für Rechenzentren, wobei die Kosten von 2020 bis 2025 um 38 % gestiegen sind und der Posten Rechenzentren allein um das 2,5-fache zugenommen hat. Der schwache Yen erhöht zusätzlich die Preise für importierte Kühlanlagen und Server.
- Laut DC Byte erreichte die Kapazität japanischer Rechenzentren 6,8 GW (269 Einrichtungen), dreimal so viel wie vor 5 Jahren. Allerdings sind 93 % der Kapazität in Tokio bereits ausgelastet, und fast 50 % der zukünftigen Projekte sind vorvermietet, was den Markt extrem knapp macht.
- Die Nachfrage aus China ist stark gestiegen, nachdem die USA den Export von Chips an chinesische Technologieunternehmen eingeschränkt haben. Viele chinesische Unternehmen verlagern sich auf die Anmietung von Infrastruktur in Japan, obwohl japanische Betreiber aus Sorge um die wirtschaftliche Sicherheit weiterhin vorsichtig sind.
- Die Bauzeiten verlängern sich: von durchschnittlich 2 Jahren vor 2020 auf 3 Jahre oder mehr, was die Vorhersage der sich schnell ändernden Nachfrage nach KI-Hardware (Nvidia GPU) erschwert.
- Um den Engpass zu überwinden, wandeln KDDI und SoftBank alte Fabriken und Industriegebiete in KI-Rechenzentren um. KDDI erwarb im April 2025 eine Sharp-Fabrik in Osaka und wird im Januar 2026, nur 9 Monate später, ein KI-bereites Zentrum eröffnen. SoftBank implementiert ein 700.000 m² großes Projekt in Hokkaido unter Verwendung eines modularen Containermodells, das eine schnelle Montage und flexible Erweiterung ermöglicht.
📌 Zusammenfassung: Die Baubranche für Rechenzentren in Japan leidet unter erheblichem Druck aufgrund von Arbeitskräftemangel, steigenden Kosten und veralteten Bauprozessen, was die Pläne der Regierung zur Entwicklung der KI-Infrastruktur verzögert. Japan steht derzeit vor zwei Hauptproblemen: (1) Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften und (2) langsame Einführung von Building Information Modeling (BIM), das hilft, die Genehmigungs- und Bauzeit zu verkürzen. In Singapur ist BIM seit 2015 obligatorisch, wodurch ein 50-MW-Zentrum in 2 Jahren fertiggestellt werden kann; in Japan dauert die gleiche Größenordnung fast 4 Jahre.
