- Südkorea wird ab 2027 ein staatlich unterstütztes Frontier-KI-Projekt starten, um Modelle zu entwickeln, die mit den führenden Open-Source-Modellen Chinas konkurrieren können.
- Die Regierung plant, 4,7 Billionen Won beziehungsweise 3,48 Milliarden Dollar als Eigenkapital zu investieren, anstatt Unternehmen wie bisher lediglich mit Subventionen zu unterstützen.
- Rund 3,9 Billionen Won sollen in den Kauf von 10.000 Nvidia-Vera-Rubin-GPUs fließen, weitere 800 Milliarden Won in Trainingsdaten.
- Die teilnehmenden Unternehmen müssen die staatlichen Investitionen durch entsprechend hohe private Mittel ergänzen und damit zusätzliche Ressourcen außerhalb des Staatshaushalts mobilisieren.
- Eine der derzeit geprüften Optionen ist die Gründung einer Zweckgesellschaft, die führende Entwickler von KI-Modellen zusammenführt und dem Staat ermöglicht, an den finanziellen Erträgen seiner Investition teilzuhaben.
- Die Regierung ist der Ansicht, dass der globale KI-Wettbewerb inzwischen eine Größenordnung erreicht hat, die deutlich mehr Ressourcen erfordert. Die bisherige Strategie, GPUs auf mehrere konkurrierende Unternehmen zu verteilen, sei daher für das Ziel, Frontier-Modelle zu entwickeln, nicht mehr geeignet.
- Das 2025 gestartete nationale Programm für Basismodelle wird fortgesetzt, soll sich künftig aber stärker auf spezialisierte Modelle und praktische Anwendungen konzentrieren.
- Die beiden Teams, die Ende 2026 das Finale erreichen, erhalten 2027 jeweils 1.000 GPUs und können sich entweder dem Frontier-Projekt anschließen oder die Entwicklung spezialisierter Modelle fortsetzen.
📌 Besonders bemerkenswert ist der Wechsel Südkoreas von einem Modell, bei dem „Ressourcen auf mehrere konkurrierende Unternehmen verteilt werden“, zu einem Modell, bei dem „Ressourcen gebündelt werden, um an der KI-Frontier zu konkurrieren“. Die Regierung will 4,7 Billionen Won investieren, darunter 10.000 Vera-Rubin-GPUs und ein umfangreiches Datenbudget, und zugleich entsprechendes privates Kapital verlangen. Das ist nicht nur eine Förderpolitik für KI, sondern ein Modell staatlicher Co-Investitionen, bei dem der Staat Risiken mitträgt und möglicherweise auch an den Erträgen strategischer KI-Kapazitäten beteiligt wird.
