Fusion5 warnt, dass die Phase kostenloser oder subventionierter KI beendet ist. Da Anbieter auf tokenbasierte Abrechnungsmodelle umsteigen, werden die Betriebskosten für KI zu einem großen Budgetposten für Unternehmen.

Fusion5-Chefin Kristy Brown erklärte, dass Unternehmen in den letzten drei Jahren im Wesentlichen von dem von KI-Unternehmen finanzierten „teuersten Technologieexperiment der Geschichte“ profitiert hätten, die Kosten nun jedoch schrittweise auf die Kunden verlagert würden.

Tools wie Claude, Gemini, Microsoft Copilot sowie verschiedene Programmier- oder Kundenservice-Agenten setzen auf tokenbasierte Preismodelle oder eine Kombination aus Abonnement- und nutzungsbasierten Gebühren.

Laut Frau Brown erzeugen im Gegensatz zu herkömmlicher Software jeder Prompt, jeder Denkschritt und jede Aktion eines KI-Agenten reale Kosten. Autonome Agenten können sogar Transaktionen durchführen oder Entscheidungen im Namen von Unternehmen treffen.

Ein Agent, der in einer Denkschleife feststeckt, kann eine massive Menge an Token verbrauchen und erhebliche Kosten verursachen, bevor es jemand bemerkt.

Fusion5 empfiehlt Unternehmen den Aufbau einer Ontologie, einer strukturierten Wissensebene, die das Unternehmen einschließlich Organisation, Prozessen, Daten, Marke und Expertenwissen vollständig beschreibt. Dies hilft der KI, von Anfang an die richtigen Informationen zu finden, Denkprozesse zu verkürzen und Rechenkosten zu senken.

Wenn Daten fehlen oder das Unternehmenswissen nicht digitalisiert ist, verschwendet die KI viel Zeit mit der Suche, was sowohl die Kosten erhöht als auch leicht Fehler erzeugt. Laut Fusion5 werden Unternehmen „doppelt bezahlen“: einmal für die Rechenleistung und einmal für die entstandenen Fehler.

Dem Artikel zufolge haben Konzerne wie Tesla, Uber, Meta und Amazon damit begonnen, die Nutzung von KI-Agenten durch Mitarbeiter einzuschränken, um Kosten zu kontrollieren und die Investitionseffizienz zu bewerten.

Fusion5 zitiert Daten, wonach vier große US-Technologiegiganten in diesem Jahr voraussichtlich fast 700 Milliarden US-Dollar für KI-Infrastruktur ausgeben werden. Unterdessen soll OpenAI jährlich rund 60 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung ausgeben, aber nur etwa 13 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielen. Microsoft gab zudem bekannt, dass Azure erstmals die Umsatzmarke von 100 Milliarden US-Dollar überschritten hat und Microsoft 365 Copilot über 30 Millionen kostenpflichtige Lizenzen erreicht hat.

Fusion5 schlägt die Einrichtung eines Agent Operations Centre (AOC) vor, um KI-Agenten in Echtzeit zu überwachen, Kosten zu verfolgen, Benachrichtigungen einzurichten, Schutzvorkehrungen zu kontrollieren und die Verarbeitung an Menschen zu übergeben, wenn Agenten außerhalb der erlaubten Grenzen agieren. Das Unternehmen plant die Einführung dieses Dienstes im vierten Quartal für rund 1.400 Kunden in Neuseeland und Australien.

📌 Die unternehmerische Herausforderung verlagert sich von der Frage „Soll man KI nutzen?“ zu „Wie betreibt man KI effizient und kontrolliert die Kosten?“. Da KI-Agenten zunehmend autonom agieren und tokenbasierte Abrechnungsmodelle weit verbreitet sind, wird KI-Governance zu einer neuen operativen Funktion. Unternehmen, die in Daten, internes Wissen und Agenten-Überwachungssysteme investieren, haben einen größeren Vorteil, da die KI-Kosten nicht mehr wie zuvor von den Anbietern subventioniert werden.

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